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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Neue Bezeichnung von Baustählen

Nr. 139
Sachgebiet Stahl- und Metallbau
DIN 18800
Datum 15.07.1997
 

Die Bezeichnung der Baustähle wird durch EN 10027 neu geregelt. In den derzeit geltenden Berechnungsnormen DIN 18800 und DIN V ENV 1993 (EC 3) sind noch frühere Stahlbezeichnungen, z.B. St 37-2, St 52-3, enthalten. Die neuen Bezeichnungen gehen für die im Stahlbau zulässigen Stahlsorten z.B. aus der Tabelle 4.1 der Bauregelliste A hervor. In dieser Tabelle sind jeweils für das gleiche Produkt vier unterschiedliche Namen angegeben, darunter auch der Name nach EN 10027. Es handelt sich dabei um die in Element 401 von DIN 18800-1 genannten Stahlsorten. Die Umschlüsselung für die in Ziffer 2 von Element 401 von DIN 18800-1 aufgeführten Feinkornbaustähle kann z.B. der Tabelle 4.7 der Bauregelliste A entnommen werden.

 

Auf den nachfolgenden Seiten sind die Stähle nach EN 10025 und EN 10113 entsprechend den vorerwähnten Tabellen der Bauregelliste zusammengestellt und erläutert. Zur Ergänzung der Erläuterungen hinsichtlich des Lieferzustandes ist Tabelle 1 von EN 10025 beigefügt.

 

Die nach Element 401 von DIN 18800-1 nicht zulässigen Stähle sind in den beigefügten Tabellen durchgestrichen. Bei S. 275 sind die Streichungen unterbrochen ausgeführt, da diese Stahlsorte mit ENV 1993 einsetzbar ist.

 

Werkstoffnummer DIN 17 100 Euronorm 25 DIN EN 10 025

 

01.80 11.72 01.91

 

1.0037 (St37 - 2 Fe 360 - B 5235JR

 

1.0036 (USt 37 - 2 Fe 360 BFU 5235JRG1

 

1.0038 (RSt 37 - 2 Fe 360 BFN 5235JRG2

 

1.0114 (St37-3U Fe36OC 5235J0

 

1.0116 (St37-3N Fe36OD1 5235J2G3

 

1.0117 Fe 360 D2 5235J2G4

 

 

 

1.0045 Fe 510 B 5355JR

 

1.0553 St52-3U Fe51OC 5355J0

 

1.0570 St52-3N Fe51ODI 5355J2G3

 

1.0577 Fe 510 D2 5355J2G4

 

1.0595 Fe51ODD1 S355~G3

 

1.0596 Fe51ODD2 S355~G4

 

1.0120 ( ZSt 37-2 Fe 360 BKZ 5235JRC

 

(KSt 37-2 Fe 360 BKP

 

1.0121 (UZSt 37-2 Fe 360 BFUKZ

 

(UQSt37-2 Fe 360 BFUKQ 5235JRG1 C

 

(UKSt37-2 Fe 360 BFUKP

 

1.0122 ( RZSt 37-2 Fe 360 BFNKZ

 

(RQSt37-2 Fe 360 BFNKQ 5235JRG2C

 

(RKSt 37-2 Fe 360 BFNKP

 

1.0115 ( ZSt 37-3 U Fe36OCKZ

 

(OSt 37-3 U Fe 360 CKQ 5235J0C

 

(KSt 37-3 U Fe 360 CKP

 

1.0118 (ZSt37-3N Fe 360 D1KZ

 

(OSt 37-3N Fe 360 D1KQ 5235J2G3C

 

(KSt 37-3 N Fe 360 D1KP

 

1.0119 Fe 360 D2KZ

 

Fe 360 D2KQ 5235J2G4C

 

Fe 360 D2KP

 

1 0128 ( ZSt 44-2 Fe 430 BKZ

 

 

 

KSt 44-2 Fe 430 BKP

 

1.0140 ( ZSt 44-3 U Fe43O CKZ

 

(KSE 44-3U Fe 420 CKP

 

Werkstoffnummer DIN 17 100 Euronorm 25 DIN EN 10 025

 

01.80 11.72 01.91

 

 

 

1.0141 ZSt44-3N Fe 430 D1KZ

 

 

 

kSt44-3N Fe 430 D1 KP

 

1.0142 Fe 430 D2KZ

 

Fe 430 D2KP

 

1.0551 Fe 510 BKZ S355JRC

 

1.0554 (ZSt52-3U Fe 510 CKZ

 

QSt52-3U Fe 510 CKQ S355JOC

 

KSt 52-3 U Fe 510 CKP

 

1.0569 (ZSt52-3N Fe 510 D1Kz

 

QSt 52-3 N Fe 510 D1KQ (S355J2G3C

 

KSt 52-3 N Fe 510 D1KP

 

1.0579 Fe 510 D2KZ

 

Fe 510 D2KQ (S355J2G4C

 

Fe 510 D2 KP

 

 

 

1.0593 Fe 510 DDlKZ

 

Fe 510 DD1KQ S355K2G3C

 

Fe 510 DD1KP

 

 

 

1.0594 Fe 510 DD2KZ

 

Fe 510 DD2KQ S355K2G4C

 

Fe 510 DD2KP

 

 

 

 

 

Bemerkung

 

Erläuterung der Kurznamen:

 

S= Bezeichnung für Baustahl

 

E= Bezeichnung für Maschinenbaustahl

 

drei auf 5 bzw. E folgende Ziffern bedeuten Mindeststreckgrenze in N/mm2 für die geringste Erzeugnisdicke

 

JR = Bezeichnung für 27 J Kerbschlagarbeit bei Raumtemperatur (+20 °C)

 

J0 = Bezeichnung für 27 J Kerbschlagarbeit bei 0 °C

 

J2 = Bezeichnung für 27 J Kerbschlagarbeit bei -20 °C

 

K2 = Bezeichnung für 40 J Kerbschlagarbeit bei -20 °C

 

G1 = Merkmal mit Zählziffer: hier unberuhigte Stahlsorte

 

G2= Merkmal mit Zählziffer: hier beruhigte Stahlsorte

 

G3 = Merkmal mit Zählziffer unterschiedliche Lieferbedingungen

 

G4 = Merkmal mit Zählziffer: unterschiedliche Lieferbedingungen

 

C = Stahlsorte mit besonderer Kaltumformbarkeit

 

CIN EN 10 113 – Warmgewälzte Erzeugnisse aus schweißgeeigneten Feinkornbazstählen

 

Werkstoffnummer DIN 17 102 Euronorm 113 DIN EN 10113

 

Teil 2

 

10.83 11.72 04.93

 

1.0490 StE 285 FeE 285 KG S275N

 

1.0491 TStE28S FeE2aSKT S275NL

 

1.0545 StE 355 FeE 355 KG 5355N

 

1.0546 TStE 355 FeE 355 KT S355NL

 

J

 

 

 

 

 

 

 

Bemerkung: Erläuterung zum Kurznamen:

 

S= Bezeichnung für Baustahl drei auf S folgende Ziffern bedeuten Mindeststreckgrenze in N/mm2 für die

 

geringste Erzeugnisdicke

 

N= normalgeglüht

 

M= thermomechanisch gewalzt

 

L= Werkstoff für Tieftemperatur

 

*) mit bauaufsichtlicher ZuIassung eingeführt und einsetzbar

 

 

 

 

 

Tabelle 1: Lieferzustand (aus EN 10025)

 

Lieferzustand

 

Stahlsorten und Gütegruppen Flacherzeugnisse Langerzeugnisse

 

S185 nach Vereinbarung 1)3) nach Vereinbarung 1)3)

 

S235JR. 5235J0 nach Vereinbarung 1)3) nach Vereinbarung 1)3)

 

S275JR. 5275J0

 

S355JR. 5355J0

 

S235J3G3 N nach Vereinbarung 1)3)

 

S275J2G3

 

S355J2G3. 5355K2G3

 

S235J2G4 nach Wahl des Herstellers 2) nach Wahl des Herstellers 2)

 

S275J2G4

 

S355J2G4, 5355K2G4

 

E295. E335, E360 nach Vereinbarung 1)3) nach Vereinbarung 1)3)

 

 

 

1) Sofern bei der Bestellung nichts vereinbart wird, bleibt der Lieferzustand dem Hersteller überlassen.

 

2) Der Lieferzustand bleibt dem Hersteller überlassen.

 

3) Wenn der Zustand N bestellt und geliefert wurde, ist dies in der Prüfbescheinigung anzugeben.

 

 

 

Die Stahlsorten S235 und S275 können in den Gütegruppen JRJO und J2 geliefert werden. Die Stahlsorte S355 ist in den Gütegruppen JRJOJ2 und K2 lieferbar. Bei Erzeugnissen aus den Stahlsorten S235 und S275 der Gütegruppe J2 wird nach J2G3 und J2G4 unterschieden. Bei Erzeugnissen aus der Stahlsorte S355 der Gütegruppen J2 und K2 wird nach J2G3 und J2G4 sowie K2G3 und K2G4 unterschieden (siehe auch 7.2).

 

Die einzelnen Gütegruppen unterscheiden sich voneinander in der Schweißeignung und in den Anforderungen an die Kerbschlagarbeit (siehe auch 7.5.1).

 

Die Stahlsorten S185. E295. E335 und E360 sowie die Stahlsorten S235, S275 und S355 der Gütegruppe JR sind Grundstähle, sofern keine Anforderungen an die Eignung zum Kaltumformen gestellt werden.

 

Bei den Sorten derGütegruppenjo.J2G3.J2G4, K2G3 und K2G4 handelt es sich um Oualitätsstähle.

 

 

 

6.2 Bezeichnung

 

 

 

6.2.1 Bei den Stahlsorten nach dieser Europäischen Norm sind die Kurznamen nach EN 10027-1 und ECISS-Mitteilungen die Werkstoffnummern nach EN 10027-2 gebildet worden.

 

 

 

Anmerkung:

 

Eine Liste der früheren nationalen Bezeichnungen vergleichbarer Stähle sowie der früheren Bezeichnungen nach EN 10025 1990 enthält Anhang C. Tabelle C1

 

 

 

 

 

6.2.2 Die Bezeichnung wird in der genannten Reihenfolge wie folgt gebildet:

 

- Nummer dieser Europäischen Norm (EN 10025).

 

- Kennbuchstabe S,

 

- Kennzahl für den festgelegten Mindestwert der Streckgrenze für Dicken £ 16 mm in N/mm2,

 

- Kennzeichen für die Gütegruppen (siehe 6.1) im Hinblick auf die Schweißeignung und die Kerbschlagarbeit,

 

- gegebenenfalls (bei der Stahlsorte S235JR) Kennzeichen für die Desoxidationsart (G1 für 'unberuhigt' (FU) oder G2 für 'unberuhigt nicht zulässig' (FN) (siehe7.1.3),gegebenenfalls Kennbuchstabe C für die Eignung für besondere Verwendungszwecke (siehe Tabelle 7),

 

- gegebenenfalls Angabe '+N', wenn die Erzeugnisse im Zustand N zu liefern sind (siehe 3.4 und Tabelle 1). (Nicht erforderlich bei Flacherzeugnissen aus Stählen der Gütegruppen J2G3 und K2G3). BEISPIEL: Stahl EN 10025 - S355JOC.

 

 

 

 

 

7 Technische Anforderungen

 

 

 

7.1 Erschmelzungsverfahren des Stahles

 

 

 

7.1.1 Das Erschmelzungsverfahren des Stahls bleibt dem Hersteller überlassen. Wenn bei der Bestellung vereinbart. ist das Erschmelzungsverfahren des Stahles - außer bei der Stahlsorte S185- dem Besteller bekanntzugeben. Zusätzliche Anforderung 1.Für die Stahlsorten der Gütegruppen JO, J2G3, J2G4, K2G3 und K2G4 kann ein bestimmtes Erschmelzungsverfahren bei der Bestellung vereinbart werden.

 

Zusätzliche Anforderung 2.

 

 

 

 

 

7.1.2 Die Desoxidationsart muß den Angaben in Tabelle 2 entsprechen. Für die Stahlsorte S23SJR kann die Desoxidationsart bei der Bestellung vorgeschrieben werden. Zusätzliche Anforderung 3.

 

 

 

 

 

7.1.3 Die Desoxidationsarten sind wie folgt gekennzeichnet:.

 

 

 

Freigestellt: Nach Wahl des Herstellers

 

FU: Unberuhigter Stahl

 

FN: Unberuhigter Stahl nicht zulässig

 

FF: Vollberuhigter Stahl mit einem ausreichenden Gehalt an stickstoffabbindenden Elementen (z.B. mindestens 0,020% Al). Wenn. andere Elemente verwendet werden. ist dies in den Prüfbescheinigungen anzugeben.

 

 

 

 

 

7.2 Lieferzustand

 

 

 

7.2.1 Allgemeines:

 

Falls eine Prüfbescheinigung gefordert wird (siehe 8.1.2) und die Erzeugnisse im Lieferzustand N bestellt und geliefert wurden. ist dies in der Bescheinigung anzugeben.

 

 

 

 

 

Bezeichnungen für Stähle (EN 10 027 u. ECISS IC 10)

 

 

 

Verwendungszweck Steckgrenze Kerbschlagarbeit Vergiessungsart

 

in Joule (J)

 

S Stahlbau 27J 40J 60J Prüftemp.

 

 

 

.

 

Mindest-

 

streckgrenze

 

P Druckbehälter (Reff) für JR KR LR + 20 G1 = unberuhigt vergossen

 

geringste Erzeugnisdicke JO KO LO 0 G2 = beruhigt vergossen

 

L Rohrleitungsbau J2 K2 L2 -20 G3 = doppelt beruhigt und normalgeglüht

 

J3 K3 L3 -30

 

J4 K4 L4 -40 G4=

 

E Maschinenbau

 

J5 K5 L5 -50

 

B Betonstähle J6 K6 L6 -60

 

 

 

Beispiel: S 235 JR G2

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.