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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

DIN 18800 Teil 1 und 2, Einzelfragen

Nr. 135
Sachgebiet Stahl- und Metallbau
DIN DIN 18800
Datum 21.10.1996
 

1. DIN 18800-2, Abschn. 3 - 7: - Festlegung von b/t- Grenzwerten bei Anwendung der vereinfachten Nachweise nach Abschnitt 3-7 von DIN 18800-2

 

Für normalwandige Querschnitte sind nach Abschnitt 3 bis 6 die Nachweisverfahren 'Elastisch- Plastisch' (d.h. E-P) und 'Plastisch- Plastisch' (d.h. P-P) anzuwenden. Dem gewählten Verfahren entsprechend sind dabei unterschiedliche b/t -Grenzwerte einzuhalten, nämlich:

 

a) Grenzwerte für E-P bei statisch bestimmten Konstruktionen (Schnittgrößenumlagerung ist nicht möglich) oder bei statisch unbestimmten Konstruktionen (von der Schnittgrößenumlagerung wird kein Gebrauch gemacht);

 

b) Grenzwerte für P-P bei statisch unbestimmten Konstruktionen (eine Schnittgrößenumlagerung wird angewendet).

 

Wenn die Grenzwerte nach a) oder b) nicht eingehalten sind, sind die Querschnitte als dünnwandig zu betrachten.

 

Für dünnwandige Querschnitte gilt Abschnitt 7. Für die Festlegung der Grenzwerte sind keine weiteren Anforderungen gestellt, d.h. eine Unterscheidung ist nicht erforderlich. Sie können nach Wahl entweder für 'Elastisch- Elastisch' (d.h. E-E) mit wirksamen Breiten b' (Tab. 12+13 nach DIN 18800-1) oder nach E-P mit wirksamen Breiten b' (Tab. 15 nach DIN 18800-1) ermittelt werden. Man vergleiche hierzu auch EI. (119).

 

2. DIN 18800-1, Tabelle 21 - aw- Werte für Grenzschweißnahtspannungen

 

In Tabelle 21 gilt die Spalte 4 auch für die Stahlgüte St 37-3.

 

3. DIN 18800-1, Abschnitt 7.3 - Teilsicherheitsbeiwert YM

 

Nicht für alle Widerstandsgrößen ist ein Teilsicherheitsbeiwert YM in gleicher Größe vorgesehen. Im allgemeinen gilt YM = 1,1, nicht aber bei DIN 188004, EI. (206) und in der Anpassungsrichtlinie zu DIN 18800-1, EI. (804) oder z.B. bei Verbundkonstruktionen. Die Voraussetzung für die Umkehrbarkeit des Nachweises, nämlich der Gegenüberstellung von YM- fachen Bemessungswerten der Einwirkungen zu charakteristischen Widerstandsgrößen ist dann gegeben, wenn die Teilsicherheitsbeiwerte YM gleich sind. Dies gilt auch für Stabilitätsprobleme bei Baukonstruktionen mit Tragverhalten von linearer Charakteristik (z.B. biegebeanspruchte Stäbe), nicht jedoch für Systeme mit nichtlinearer, einwirkungsunempfindlicher Geometrie (z.B. Seiltragwerke).

 

In DIN 18800-1, Abschnitt 7.3 enthält die Anmerkung zu EI. (717) hierzu keinen

 

Hinweis. In DIN 18800-2 fehlt ebenfalls diesbezüglich in Anmerkung 3 zu EI. (117) ein ergänzender Warnvermerk auf EI. (725) der DIN 18800-1, Abschnitt 7.3.2.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.