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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Betonstahl von Ringen, Fremdüberwachung der Biegebetriebe

Nr. 133
Sachgebiet Stahl- und Metallbau
DIN 1045
Datum 24.06.1996
 

Vgl. Betonkalender 1996, I, S. 226, Kap. 6.3.3.

 

Nach Mitteilung der FMPA Stuttgart wird Betonstahl von Ringen auch von Biegebetrieben verarbeitet, die nicht, wie in der Zulassung gefordert, fremdüberwacht sind. Die Fremdüberwachung wird gefordert, weil bei unsachgemäßem Richten sicherheitsrelevante Verschlechterungen der Betonstahleigenschaften auftreten können.

 

Von Ringen gibt es

 

- kaltgerippten Betonstahl KR (Ø 6, 8, 10, 12) und

- warmgewalzten Betonstahl WR (Ø 8, 10, 12, 14).

 

Bst 500 KR Bst 500 WR

 

Kaltverformte gerippte Betonstähle warmgewalzte Betonstähle

Lieferbare Ø mm) 6, 8, 10, 12 6, 8, 10, 12, 14

Herstellungsverfahren: Kaltverformen (Ziehen oder/ und - warmgewalzt ohne Nachbehandlung

Kaltwalzen der warmgewalzten - warmgewalzt und aus der Walzhitze

Ausgangserzeugnisse) wärmebehandelt

warmgewalzt und durch Recken

kaltverformt

Kennzeichnung: 3 Rippenreihen (wie BStG) quasi 4 Rippenreihen - entstanden aus

Vierkantstahl, auf den Rippen

aufgewalzt wurden

 

Skizze

 

Es gibt auch Rippung wie bei Stabstahl 500S, dann aber mit einer verdickten Rippe gegenüber dem Walzkennzeichen

 

Werkkennzeichen:

 

Zwischen breiten Schrägrippen (zwei zusammengefaßte Rippen) ist nur die Herstellwerknummer (nicht das Land) durch Anzahl der Rippen markiert.

 

Jeder gerichtete, abgelängte und ggf. gebogene Stab, der von Ringen stammt, muß in einem überwachten Betrieb verarbeitet worden sein und an einem Stabende ein Kennzeichen besitzen.

 

Das Weiter- Verarbeiterkennzeichen (WB- Nr.) ist im allgemeinen 2-stellig, z.B. 26, A3, BZ. Wegen der kontinuierlichen Belegung der Schneidemesser mit den WB-Nummern kann am Stab auch eine 3-stellige WB- Nr. sichtbar sein, z.B. 262 bei WB- Nr. 26.

 

Ein Verzeichnis der Verarbeiter mit zugeteilter WB- Nr. wird vom DIBt geführt. Derzeitig ist das Verzeichnis 'E' des Betonstahlverzeichnisses des DIBt vom 13.2.1995 gültig. (Kopie bei BVPI- Geschäftsstelle in Hamburg). SKIZZE!!

 

Wenn die WB- Nr. nicht sichtbar ist (Schneidemesser ist abgewetzt), muß überprüft werden, ob die nach der Zulassung erforderlichen Angaben im Lieferschein vermerkt sind:

 

- Name des weiterverarbeitenden Betriebs

- Angabe des Verarbeiterkennzeichens (WB- Nr.)

- Überwachungszeichen (demnächst = Übereinstimmungszeichen) mit Angabe der fremdüberwachenden Stelle, die das Weiterverarbeiten des Ringmaterials überwacht

- Vollständige Bezeichnung des Betonstahls

- Umfang der Lieferung

- Tag der Lieferung

- Empfänger

 

Möglich ist auch, daß der Bauleiter eine Kopie des Überwachungszertifikats des Verarbeitungsbetriebs für die Kontrolle vorhält.

 

Ein Stempel auf dem Lieferschein z.B. 'aus überwachtem Betrieb' reicht jedoch nicht aus!

 

Grund für die einschneidenden Bestimmungen bei Ringmaterial ist, daß durch das Richten ('Durchkneten') des Betonstahls wesentliche Eigenschaften ungünstig verändert werden:

 

1. Der Verbundkennwert bezogene Rippenfläche fR wird geringer (Verbundverhalten also schlechter), die Duktilitätskennwerte Bruchdehnung A10, Gleichmaßdehnung und der Verhältniswert Zugfestigkeit zu Streckgrenze werden kleiner (gilt besonders für KR),

 

2. der Festigkeitskennwert Streckgrenze (Re, b0,2)kann abfallen, die Zugfestigkeit (Rm, bz) kann ansteigen und daraus folgt, daß

 

3. die s- e- Linie verändert wird.

 

In den Betonstahlzulassungen für Ringstahl sind abweichend von DIN 488 schärfere Vorhaltemaße für Querschnittsfläche, bezogene Rippenfläche fR und Bruchdehnung A10 vorgesehen.

 

In Abstimmung mit der obersten Bauaufsichtsbehörde ist auf den Baustellen oder in Fertigteilwerken im Rahmen der Bauüberwachung stichprobenartig zu überprüfen, ob die vorgenannten Anforderungen an die Verarbeitung von Betonstahl aus Ringen erfüllt werden.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.