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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Bauaufsichtliche Zulassungen für Verbundanker vom 1.1.1993

Nr. 130
Sachgebiet Grundbau, Bodenmechanik
DIN
Datum 08.11.1994
 

Mit Datum vom 1.1.1993 wurden für die bisher gebräuchlichen Verbundanker geänderte Zulassungen vorgelegt.

 

Bekanntlich dürfen diese Anker nur in der Druckzone eingebaut werden, wobei der Nachweis der Druckzone in jedem Einzelfall zu führen ist.

 

In den Zulassungen vom 1.1.1993 wird dieser Nachweis präzisiert. Es ist rechnerisch zu belegen, daß im Verankerungsbereich keine Zugspannungen vorliegen, auch unter Berücksichtigung von Zwangeinwirkungen. Sind diese, was meist der Fall sein wird, nicht nachweisbar, so muß dafür in der entsprechenden Bedingungsgleichung ein Anteil sR = +3 N/mm2 berücksichtigt werden. Zur Erfüllung des Nachweises ist damit aus Lasteinwirkungen eine Druckspannung s = -3 N/mm2 erforderlich.

 

Bei flächigen Bauteilen (Wände, Decken) kommt hinzu, daß die Druckspannung in beiden Hauptrichtungen nachzuweisen ist. Da aber Wände in horizontaler Richtung und einachsig gespannte Decken quer zur Spannrichtung herstellungsbedingt höchstens Zugspannungen aufgezwungen werden, ist bei diesen Bauteilen die Anwendung üblicher Verbundanker praktisch ausgeschlossen.

 

Der weiteren Verwendung von Verbundankern der 'alten Generation' in Betonwänden kann nur zugestimmt werden, wenn eine eindeutige Querbelastung ohne zusätzliche Zugkräfte vorliegt.

 

In allen anderen Anwendungsfällen, bei denen das Vorhandensein einer eindeutig definierbaren Druckzone fraglich ist, sind Dübelsysteme zu verwenden, die auch für den gerissenen Beton geeignet sind. Die ersten Zulassungen für rißtaugliche Verbundanker liegen in der Zwischenzeit vor.

 

Für Dübel, die vor Bekanntgabe der neuen Zulassung eingebaut wurden, gilt:

 

Nach Auffassung der Obersten Bauaufsichtsbehörde haben sich durch die Zulassungen mit Datum vom 01.01.1993 keine wesentlich geänderten Anforderungen ergeben. Insofern bestehen aus der Sicht der Obersten Bauaufsichtsbehörde grundsätzlich keine sicherheitstechnischen Bedenken gegen die Verwendung der Verbundanker in der Übergangszeit des ersten Halbjahres 1993 nach den bisherigen Zulassungen, vorausgesetzt, die Anker wurden ordnungsgemäß eingebaut.

 

 

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.