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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Anwendung von Windrispenbändern

Nr. 128
Sachgebiet Holzbau
DIN DIN 1052
Datum 14.04.2008
 

Windrispenbänder aus feuerverzinktem Stahlblech sind vorgesehen zur Aussteifung von üblichen Dachstühlen im Wohnungsbau. Die rein schematische Angabe 'Windrispenbänder' in den Plänen ist nicht ausreichend. Zumindest bei Dachstühlen mit größeren Giebelflächen sind rechnerische Nachweise vorzulegen, da Windrispen Bestandteile aussteifender Verbände sind. Von verschiedenen Firmen herausgegebene Bemessungshilfsmittel mit konstruktiven Hinweisen sind mit der notwendigen kritischen Einstellung anzuwenden.

Die Erfahrung zeigt, dass Windrispenbänder, auch wenn sie mit Spanngeräten eingebaut wurden, nicht auf Dauer straff bleiben. Zur Aussteifung der Dachflächen von Ingenieur-Holzbaukonstruktionen sind sie ohne besondere (Eignungs-)Nachweise nicht geeignet.

Aus dem gleichen Grund sind sie bei Gebäuden in den Erdbebenzonen 3 und 4 als alleinige Maßnahme zur Aussteifung nicht geeignet.

 

Rechnerische Nachweise

- Für den Anschluss des Windrispenbandes sind die erforderliche Anzahl der Nägel und eine ausreichende Anschlussfläche nachzuweisen. Eine Vergrößerung der Anschlussfläche durch Umschlagen des Windrispenbandes auf die Rückseite des Holzes darf zur Kraftübertragung nicht angesetzt werden.

Gegebenenfalls muss die Anschlussfläche durch Beihölzer vergrößert werden.

- Der Anschluss der Beihölzer sowie die Weiterleitung der Kraft des Windrispenbandes in den Gurt bzw. Pfosten eines Wind- und Aussteifungsverbandes ist rechnerisch zu verfolgen und durch entsprechende Verbindungsmittel sicherzustellen. Wesentliche infolge von Ausmittigkeiten entstehende Schub-, Biege- und Torsionsspannungen sind zu ermitteln und mit den Spannungen aus Pfetten- bzw. Fachwerkwirkung zu überlagern. Des weiteren sind am First auftretende Umlenkkräfte zu beachten.

 

Konstruktive Durchbildung

- Wegen der großen Ausmittigkeiten an den Knoten und der ungleichen Lastverteilung auf die Einzelbänder sollten nicht mehr als zwei nebeneinanderliegende Windrispenbänder verwendet werden.

- Die Windrispenbänder sind kraftschlüssig einzubauen, der Durchgang durch Zwischenunter¬stützungen zu begrenzen. Spanngeräte (-schlösser) können verwendet werden, wenn ihre Tragfähigkeit rechnerisch oder durch ein Prüfzeugnis einer anerkannten Prüfanstalt belegt wird.

- Windrispenbänder sind so einzubauen, dass sie nicht der direkten Sonneneinstrahlung und damit großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.

- Der Korrosionsschutz ist in DIN 1052: 2004-08, Abs. 6.3, geregelt.

- In den Plänen sind folgende Angaben erforderlich:

a) Querschnitte der Rispenbänder

b) Zahl der Nägel an den Kreuzungspunkten mit den Sparren, i.d.R. n ? 2.

c) Angaben zur Endverankerung im Bereich der First- und/oder Mittelpfetten und an der

Fußschwelle

d) Hinweis auf die erforderliche Verwendung von Spanngeräten beim Einbau der Rispenbänder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Kurzinformation erweitert die Kurzinformation vom November 1994.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.