Zurück zur Übersichtsseite der  --> Ingenieur-Box

Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Querzugspannungen in Holzbauteilen

Nr. 124
Sachgebiet Holzbau
DIN DIN 1052
Datum 01.12.1993
 

1. Spannungen gekrümmter Brettschichtträger

 

Die Spannungsnachweise sind nach DIN 1052, Teil 1, 8.2.3 zu führen. Bei Satteldachträgern wird bisweilen der Firstzwickel nicht durch Leimung angeschlossen, um die Querzugspannungen geringer zu halten. Dann muß der Firstzwickel jedoch durch mechanische Verbindungsmittel mindestens für die angreifenden Kräfte aus Dachverbandswirkung, Windsog usw. angeschlossen werden.

 

2. Querzugrißgefahr bei Ausklinkungen

 

Für bestimmte Formen von Ausklinkungen sind in DIN 1052, Teil 1, 8.2.2 Möglichkeiten des Nachweises - auch für Verstärkungen - angegeben, deren Gültigkeitsbereich jedoch begrenzt ist. Weitere Verstärkungsmöglichkeiten sind in den Erläuterungen zu DIN 1052, /1/ angegeben.

 

3. Querzug bei Queranschlüssen

 

Örtliche Querzugspannungen werden i.d.R. auch durch angehängte Lasten, Nebenträgeranschlüsse, bestimmte Gelenk und Stabanschlüsse u.a. verursacht. Dabei kann die zulässige Querzugrißlast geringer sein als die zulässige Last der Verbindungsmittel selbst. Hierfür bestimmt DIN 1052, Teil 2, 3.5:

 

In besonderen Fällen ist die zulässige Beanspruchung einer mechanischen Verbindung auch unter Berücksichtigung der im Holz auftretenden Zugspannungen rechtwinklig zur Faserrichtung zu ermitteln.

 

Für Nagelplattenverbindungen besagt DIN 1052, Teil 2, 10.9:

 

Zusätzliche Beanspruchungen im Holz, insbesondere durch den Nagelplattenanschluß bedingte Querzugspannungen, sind rechnerisch nachzuweisen. Entsprechende Nachweise sind bisher nicht genormt; für Balkenschuhe sind sie in den Zulassungsbescheiden festgelegt. Bei anderen Verbindungsmitteln ist auf die Fachliteratur zurückzugreifen, z .B. 'Holzbau- Statik- aktuell', und zwar /2/ für Verbindungsmittel allgemein, und /3/ für Nagelplatten. Eine Zusammenfassung mit Hilfstabellen und Beispielen findet man in /4/.

 

4. Schräg zur Faserrichtung liegender Trägerrand

 

Hier ist der Nachweis der räumlichen Spannungsinteraktion erforderlich. Für Brettschichtträger ist er nach DIN 1052, Teil 1, 8.2.3.4 zu führen. Für Vollholz findet man in den Erläuterungen, /1/ entsprechende Formeln.

 

Schrifttum:

 

/1/ Brüninghoff, H., u.a., Beuth- Kommentar Holzbauwerke, Ausgabe April 1988, Beuth- Verlag und Bauverlag

 

/2/ Holzbau-Statik-Aktuell, Ausgabe Juli 1992/5, Arbeitsgemeinschaft Holz

 

/3/ Holzbau-Statik-Aktuell, Folge 8, Febr. 1987, Arbeitsgemeinschaft Holz

 

/4/ Informationsdienst Holz, Holzbau Handbuch, Reihe 2, Teil 2, Folge 2, Hrsg. Entwicklungsgmeinschaft Holzbau (EGH).

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.