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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Die Lagesicherheit von Bauwerken und Bauteilen

Nr. 119
Sachgebiet Standsicherheit (allgemein)
DIN DIN 1053, DIN 1054, DIN 1055, DIN 1072, DIN 18800,
Datum 14.09.1992
 

Unter ungünstigsten Lastkombinationen muß die planmäßige Lage von Bauwerken und Teilen davon mit ausreichender Sicherheit gewährleistet sein. Die unveränderte Lage kann gefährdet sein durch

 

Umkippen,

Gleiten,

nicht ausreichende Befestigung oder Verankerung oder nicht

ausreichendes Gegengewicht bei dem Auftreten von Zugkräften,

nicht ausreichende Verankerung gegen Abtriebskräfte,

Abheben von Lagern,

seitliches Verrutschen von Lagern,

Auftrieb, u.ä.

 

Für den Nachweis der Lagesicherheit gibt es keine einheitlichen Regelungen, in verschiedenen Normen finden sich zu einzelnen Fragen Hinweise:

 

1. DIN 1055, Teil 2: Lastannahmen, Bodenkenngrößen usw.

Abschnitt 5.4: Nachweis der Auftriebssicherheit; hierzu, 'Erläuterungen'.

 

2. DIN 1054, Baugrund (Ausgabe 11/76):

Abschnitt 4.1.3.3: Gleitsicherheit, Abschnitt 4.1.3.4: Auftrieb, jeweils hierzu 'Erläuterungen'.

 

3. DIN 1055, Teil 4: Lastannahmen, Windlasten usw.

Abschnitt 3.3: Umkippen, Gleiten, Abheben, Windsog; hierzu 'Erläuterungen'.

 

4. DIN 1053, Teil 1: Mauerwerksbau

Abschnitt 8.1.4.2: Anschluß durch Zuganker (betrifft die Verankerung zwischen Decken und Wänden)

 

5. EC 6: Gemeinsame einheitliche Regelungen für Mauerwerksbauten, Entwurf 1988

Tabelle 1b:

 

Teilsicherheitsbeiwerte für ständige Einwirkungen beim Nachweis der Lagesicherheit und bei Nachweisen, die empfindlich sind gegenüber räumlichen Veränderungen der ständigen Einwirkungen (für den Nachweis der Lagesicherheit werden die Zahlenwerte der Teilsicherheitsbeiwerte noch beraten).

 

6. DIN 1072: Straßen- und Wegbrücken, Lastannahmen

 

Abschnitt 6.2: Lagesicherheit mit Anhang A: Zusätzliche Angaben zum Nachweis der Lagesicherheit; hierzu auch Beiblatt 1 zu DIN 1072; vergleiche hierzu auch DIN 1072, Abschnitt 4.2.3; Bauzustände und Abschnitt 4.2.4 Windlast bei beweglichen Brücken; ganz allgemein Abschnitt 6: Besondere Nachweise; Abschnitt 6.1 Bewegungen an Lagern und Fahrbahnübergängen.

 

7. Betonkalender 1989, Teil II: Lagerung und Lager von Bauwerken; zum Nachweis der Gleitsicherheit in den Lagerfugen wird auf DIN 4141, Teil 1, hingewiesen.

 

8. DIN 4141, Teil 1: Lager im Bauwesen (allgemeine Regelungen):

 

Abschnitt 7.2: Sicherung gegen das Herausfallen oder Herausrollen von Lagerteilen.

 

9. DIN 18 800, Teil 1, Ausgabe 1990:

 

Stahlbauten, Bemessung und Konstruktion

 

Element 701, Anmerkung 2: Nachweis der Lagesicherheit. Abschnitt 7.6 Nachweis der Lagesicherheit.

 

Dem Nachweis der Lagesicherheit wird in älteren Normen ein globaler Sicherheitsbeiwert, i.d.R. V von 1,5 zugrunde gelegt. Durch die Einführung von geteilten Sicherheitsbeiwerten, mit denen die einzelnen Anteile zum Nachweis der Lagesicherheit zu belegen sind, lassen sich die Nachweise eindeutig und übersichtlich führen (vgl hierzu die neueren Normen und Eurocodes, z.B. in der Zusammenstellung Ziff. 3, 5, 9).

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.