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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Horizontallasten auf Gasbeton- Deckenplatten

Nr. 105
Sachgebiet Stahlbeton- und Spannbetonbau
DIN DIN 1045 und DIN 4223
Datum 25.03.1985
 

Decken aus bewehrten, dampfgehärteten Gasbetonplatten werden sowohl mit als auch ohne bewehrtem Überbeton hergestellt. Treten größere Horizontalkräfte auf, die eine Biegebeanspruchung der Deckenscheibe verursachen, so ist - gemäß Zulassung des Instituts für Bautechnik - grundsätzlich eine Ausführung mit Überbeton erforderlich, wobei nachzuweisen ist, daß diese Biegebeanspruchung alleine vom Oberbeton aufgenommen werden kann.

 

Bei der Herstellung und dem statischen Nachweis solcher Decken ist deshalb bezüglich der Beanspruchung durch Horizontalkräfte folgendes zu beachten:

 

1. Deckenscheibenausführung ohne Überbeton

 

Die Deckenscheibe darf nur die jeweils in ihren unmittelbaren Einflußbereich fallenden Windlastanteile und Horizontallastanteile aus 'Lotabweichung' nach DIN 1053 Teil 1 (Ausgabe November 1974) Abschnitt 3.1 aufnehmen bzw. abtragen. Horizontallasten aus Erddruck dürfen durch diese Ausführung nicht aufgenommen werden, wenn sie die Deckenscheibe auf Biegung beanspruchen. Die Geländeoberfläche muß in dem Bereich, in dem der Erddruck als Belastung wirksam wird, daher annähernd auf gleichem Niveau liegen. Die Baugrube ist sinngemäß zu verfüllen.

 

2. Deckenscheibenausführung mit Oberbeton

 

Decken aus Gasbeton- Deckenplatten, die größere Horizontalkräfte mit Biegebeanspruchung aufzunehmen haben, sind als Scheiben auszubilden!

 

Der bewehrte Oberbeton aus Normalbeton ist dabei so zu bemessen und auszuführen, daß die auftretenden Scheibenbeanspruchungen in Verbindung mit dem erforderlichen Zugband (in der Regel einem Stahlbetonringanker) allein von dem Überbeton aufgenommen und zu den Scheibenauflagern hin abgetragen sind.

 

Mit Ausnahme geringer Beanspruchungen und kleiner Scheibenstützweiten, ist für jeden Einzelfall nach DIN 1045 rechnerisch nachzuweisen, daß die erforderliche Scheibentragwirkung sichergestellt ist.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.