Zurück zur Übersichtsseite der  --> Ingenieur-Box

Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Grundsätze für das Aufstellen EDV- Unterstützter statischer Berechnungen

Nr. 80
Sachgebiet Sonstiges
DIN
Datum 02.07.1979
 

Es wird davon ausgegangen, daß die Prüfung elektronischer Berechnungen im allgemeinen nur durch Vergleichsrechnung erfolgen kann. Das Rechenprotokoll muß dafür eine sichere, eindeutige und leicht lesbare Grundlage bieten. Jede elektronische Berechnung ist in 3 Abschnitte zu gliedern, die deutlich zu trennen sind:

 

1. Grundlagen der Berechnung

 

1.1 Beschreibung des geometrischen Systems: Eine Systemskizze ist unerläßlich. Sie muß alle geometrischen Abmessungen und Bezeichnungen (z.B. Stab- und Knoten-Nr.) enthalten.

 

1.2 Belastungen: Eine Belastungsskizze ist erforderlich. Neben Lastgröße und Form ist auch die Lastart (ständige Last, Verkehrslast, Haupt- und Zusatzlast, evtl. Bauzustand) anzugeben.

 

1.3 Angabe der Baustoffeigenschaften und sonstiger Kennwerte (z.B. Festigkeitsklassen, Wichte, Baugrund).

 

1.4 Annahmen, die das Rechenergebnis beeinflussen, wie spezielle Rechenverfahren, durch Programm oder Rechenverfahren gezogene Gültigkeitsgrenzen, Idealisierungen u.a. sind im Rechenprotokoll anzugeben.

 

1.5 Alle dimensionsbehafteten Zahlenwerte sind mit Dimension anzugeben.

 

1.6 Alle verwendeten Bezeichnungen (auch Abkürzungen) sind zu erklären.

 

2. Ergebnisse:

 

Die Ausgabe von Zwischenergebnissen soll auf ein Minimum beschränkt werden.

 

Zu den notwendigen Endergebnissen gehören alle die Standsicherheit des Einzelbauteils wie des Gesamtbauwerks beeinflussenden Schnittgrößen und Verformungen getrennt nach Lastfällen.

 

Die maßgebenden Werte sind gegenüber nichtmaßgebenden Ergebnissen zu kennzeichnen.

 

3. Nachweise für Bemessung, Tragsicherheit und Gebrauchsfähigkeit

 

Die Ausgangsgrößen für diese Nachweise müssen eindeutig erkennbar sein, über die maßgebenden Werte gern. Abschn. 2 hinausgreifende Forderungen aufgrund besonderer Vorschriften sind zu berücksichtigen.

 

 

 

Schlußbemerkung: Rechenausdrücke müssen durch handschriftliche Eintragungen, Streichungen, zusätzliche graphische Darstellungen, farbliche Hervorhebungen oder Abgrenzungen soweit ergänzt werden, daß sie diesen Grundsätzen entsprechen. Auf GABI 1971, Nr. 2, Seite 32, wird hingewiesen.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.