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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Wärmewirkung bei Dächern und Wänden aus Aluminium Profilblech

Nr. 77
Sachgebiet Sonstiges
DIN
Datum 08.10.2008
 

Für Aluminiumdächer sind Trapez- und Kassettenprofiltafeln verschiedener Systeme bauaufsichtlich zugelassen. Die Bleche bilden i.a. die Außenhaut, bei der nach DIN 18 807-3:1987-06 Erwärmungen von 80°C und Abkühlungen um -20°C zu erwarten sind. Ihr Wärmeausdehnungskoeffizient ist mit 2,4 x 10-5 etwa doppelt so groß wie der von Stahl und etwa 6 mal so groß wie bei Holz.

Die daraus resultierenden unterschiedlichen Wärmedehnungen des Bleches und der Unterkonstruktion - meist im Innenklima - ergeben Auslenkungen der Pfetten infolge von Zwängungskräften Z. Wenn Z an einer Befestigung die Größe des Reibungswiderstandes erreicht, können Verschiebungen auftreten.

Besonders bei langen Blechtafeln ist wegen der Zwängungskräfte zu überlegen, inwieweit für die Pfetten stärkere Befestigungen, Zwischenabhängungen, stärkere Querschnitte usw. erforderlich werden. Die Reibungswiderstände sind schwer abschätzbar, zumal die Befestigungsschrauben oft stramm angezogen werden, um das Dach dicht zu bekommen.

In den Zulassungen sind zwar verschiedene Ausführungen der Blechbefestigung angegeben, z.T. auch 'Verschiebegarnituren', aber leider keine Kriterien für die Berücksichtigung der Wärmewirkung.

 

Diese Kurzinformation aktualisiert die Kurzinformation Nr. 77 vom November 1978.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.