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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Standsicherheit von Stützmauern

Nr. 75
Sachgebiet Grundbau, Bodenmechanik
DIN DIN 1054
Datum 07.11.1978
 

In DIN 1054, Ziff. 2.3.3, Abs. 1, wird ausgesagt, daß das Kippen von Fundamenten durch die Festlegungen über die Ausmittigkeit der Last nach Abschn. 4.1.3.1 und die geforderte Grundbruchsicherheit vermieden wird, 'wenn alle Einflüsse zutreffend berücksichtigt sind.'

 

Häufig wird übersehen, daß nach Ziff. 2.3.3, Abs. 2, bei Baukörpern, bei denen eine relativ kleine Veränderung der Belastung die Exzentrizität der Resultierenden erheblich vergrößern kann, besondere Untersuchungen erforderlich werden. Zu diesen Baukörpern gehören zahlreiche Stützmauern, z.B. besonders die mit luftseitigem Mauerfluß (vgl. Erläuterungen DIN 1054, Beiblatt).

 

Wesentlich für die Standsicherheitsberechnung ist vor allem der zutreffende Ansatz der Bodenkenngrößen und des Wandreibunqswinkels entsprechend DIN 1055, Blatt 2 mit Erläuterungen.

 

Abweichungen dieser Werte können sich weit überproportional auf die Standsicherheit von Stützbauwerken auswirken. Wenn keine gesicherten Kenntnisse über die Bodenkennwerte vorliegen, ist die Einschaltung eines anerkannten Sachverständigen bzw. Instituts für Baugrundfragen zumindest bei größeren und empfindlichen Bauwerken - dringend zu empfehlen. Die angesetzten Bodenkennwerte und gegebenenfalls der Gutachter sollten im Prüfbericht genannt werden.

 

Da zahlreiche Schadensfälle an Stützmauern durch Wasseransammlungen hinter der Mauer verursacht werden, sollte auf die Notwendigkeit einer einwandfrei funktionsfähigen Entwässerung hingewiesen werden.

 

Abschließend machen wir darauf aufmerksam, daß zusätzlich zu den Nachweisen nach DIN 1054, Ziff. 4. 1. 3, grundsätzlich eine Baugrundstandsicherheitsberechnung zur Verhinderung von Geländebruch - DIN 4084, Blatt 1 - durchgeführt werden muß.

 

Diese kann, vor allem bei großer rückwertiger Auflast, geringen Scherparametern und kleiner Gründungstiefe, für die Bemessung der Gründung des Stützbauwerks maßgebend werden.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.