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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Checkliste für die Durchführung der bautechnischen Prüfung

Nr. 68
Sachgebiet Allgemeines Baurecht
DIN
Datum 22.03.1977
 

Hiermit gibt der Statisch Konstruktive Ausschuß den 1. Teil einer 'Checkliste für Prüfingenieure' an alle Kollegen.

 

Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll vielmehr unter Mitarbeit aller Kollegen vervollständigt und ständig dem Stand der Technik angepaßt werden.

 

Die Checkliste kann und soll kritisches Denken beim Prüfen nicht ersetzen, sie möchte nur Hinweise geben.

 

A) Allgemeines:

 

1. Durchsicht der Unterlagen auf Vollständigkeit

 

2. Übereinstimmung mit dem genehmigten Baugesuch

 

3. Erdbeben

 

4. Wärmeschutz - DIN 4108

 

5. Schallschutz - DIN 4109

 

6. Feuerschutz - DIN 4102 (Prüfung noch nicht vorgeschrieben)

 

7. Feuchtigkeitsschutz - DIN 4117 (Prüfung nicht vorgeschrieben)

 

8. Unterschriften (LBO Paragr. 90 Abs. 4)

 

9. Für elektronische Berechnungen: Maschine, Formeln, Programm, Zeichenerläuterungen, graphische Darstellung der wichtigsten Ergebnisse

 

10. Für modellstatische Untersuchungen: Versuchsaufbau, Maßprogramm, Fehlerabschätzung, Gleichgewichtskontrollen, Beschreibung der Auswertung, graphische Darstellung der wichtigsten Ergebnisse.

 

B) Lastannahmen:

 

1. Verkehrslasten. insbesondere Sonderlasten für Fabrikgebäude

 

2. Schwingende bzw. stoßende Belastungen für befahrbare Decken

 

3. Schneelasten (Sondergebiete, Schneesackbildung)

 

4. Wind

 

- erhöhter Sog an den Rändern,

 

- Unterwind bei offenen Hallen und leichten Dächern

 

5. Temperatur, Schwinden und Kriechen

 

6. Krane - Gruppe, Tragkraft, Anzahl, Mindestabstände

 

7. Anprall - Lasten

 

8. Stabilisierungskräfte für Verbände und aussteifende Scheiben

 

9. Bauzustände, vor allem während des Umbaus

 

10. Bodenkennwerte – evtl. Baugrundgutachten (die berechnete max. mittige Sohlpressung auf den Plänen angeben)

 

11. Erddruck

 

12. Erdbeben

 

C) MAUERWERK

 

1. Nachweis der Wände

 

2. Nachweis und Verstärkung der Auflagerpunkte der Stütze, Unter- und Oberzüge

 

3. Mindestdicken der Wände

 

4. Schlitze in Wänden

 

5. Aussteifung der Wände

 

6. Anordnung von Ringankern

 

7. Bemessung von Pfeilern (Anprall - Lasten)

 

8. Sind bei Sonderbauweisen (z.B. Hinse oder Hebel) die Zulassungsbedingungen eingehalten?

 

9. Sind die Mauerwerks- und Mörtelgüten in den Plänen angegeben?

 

10. Sind die vorgesehenen Wanddicken auf die vorgesehene Deckenbauweise abgestimmt?

 

D) Holzbau

 

1. Tragsystem und Standfestigkeitsnachweise

 

1.1 Lückenlose Ableitung vertikaler Lasten

 

1.2 Lückenlose Ableitung horizontaler Lasten (Verbände für Wind- und Stabilisierungskräfte aus Knicken und Kippen)

 

1.3 Pfostenlasten: Aufnahme als Punktlast, Pressung auf Schwellen u.ä. (mit oder ohne Überstand)

 

1.4 Verformungen (Durchbiegungsnachweis) und evtl. resultierende Kraftumlagerungen

 

1.5 Kippsicherheitsnachweise, insbesondere bei gekrümmten Bindern, bei nicht gehaltenem Druckgurt

 

2. Konstruktion

 

2.1 Aufnahme der Windsogkräfte, insbesondere in Randbereichen

 

2.2 Zugfeste Verbindung der Pfetten

 

2.3 Auswirkungen des Schwindens, z. B. Störung des Kraftflusses bei Klaffen von Kontaktfugen, Risse im Holz oder in anderen Bauteilen

 

2.4 Evtl. trockenes Holz erforderlich

 

2.5 Überhöhung

 

3. Hausdächer

 

3.1 Windverbände, Windrispen

 

3.2 Maueranker, z. B. bei Pfetten

 

3.3 Pfettenstöße

 

4. Leimträger

 

4.1 Eignungsnachweis (Gruppe A, B, C, D) des Herstellers

 

4.2 Leimart (Resorcinharzleim = wetterfest)

 

4.3 Anschnittneigung bei Lamellen in der Zugzone

 

4.4 Gekrümmte Brettschichtbinder: Zeichnung des Lamellenverlaufs. Besondere Nachweise s. DIN 1052 Kippsicherheit.

 

E) STAHLBAU

 

1. Blechdicken < 4 mm nur im Stahlleichtbau und im Stahlrohrbau (s. DIN 4115) zulässig. Korrosion beachten.

 

2. Schub- und Vergleichsspannungen (z. B. in Rahmenecken und Stegen von Durchlaufträgern) bei Einzellasten.

 

3. Kippnachweis (z. B. Pfetten, Träger mit Gitterrostabdeckung, Kranbahnträger, Rahmenriegel). Kippnachweis bei Dacheindeckung durch Trapezbleche [ I 200 ] Zulassung beachten.

 

4. Stoßdeckung von Durchlaufträgern bei Berechnung nach dem Traglastverfahren

 

5. Blechdicke bei gegenüberliegenden Schweißnahten = 6 mm (z.B. Gurte von Fachwerkträgern aus T-Profilen)' Häufung von Schweißnähten

 

6. Beanspruchung in Richtung der Blechdicken vermeiden (DIN 4100, Abs. 6.2.3 )

 

7. Spannungsnachweis für die Verbindungsmittel (????v bei ausgeklinkten IPB- Profilen beachten )

 

8. Schweißnahtdicken und -längen nach DIN 4100 (Nahtvorbereitungen erforderlich? Großer - kleiner Nachweis erforderlich)

 

9. Niet- und Schraubenabstände nach DIN 1050

 

10. Standsicherheit des gesamten Bauwerks (Rahmen, Verbände)

 

11. Montagezustände beachten

 

12. Stützenverankerungen (Fußplatten) Einleitung und Aufnahme der H- Kraft im Fundament. Wie kann Beton in die Verankerung eingebracht werden.

 

13. Waagerechte Verformungen bei eingespannten Stützen infolge H- Kräften (Wind, Kranseitenstoß usw.)

 

14. Wahl der Stahlgüten (vorwiegend ruhende Last?)

 

15. Sind die zur Ermittlung der Knicklängen angenommenen Festpunkte wirklich unverschieblich gehalten? Knicklänge von Stahlstützen, die eingemauert sind, beachten (s. DIN 4114, Bl. 1, Pkt. 6.42)

 

16. Krafteinleitungen bzw. Kraftübertragungen

 

17. Ausreichende Bemessungen von Knotenblechen (Steifigkeit am Anschluß mit Fehlhebel?)

 

18. Möglichkeit der Korrosion bei unterbrochenen Schweißnähten (z.B. bei Kranbahnschienen, Tränenbleche)

 

19. Wandausbildung - Traufpfetten - Durchbiegung

 

20. Dicke der Stirnplatten bei HV- Stoß

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.