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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Nachweise zur Beschränkung der Durchbiegung

Nr. 64
Sachgebiet Stahlbeton- und Spannbetonbau
DIN DIN 1045
Datum 22.03.1977
 

Die DIN 1045 gestattet einen vereinfachten Nachweis in der Form, daß anstelle der Durchbiegung lediglich die Biegeschlankheit zu begrenzen ist.

 

Zu diesem Zweck darf man mit einer Ersatzstützweite li = a * 1 rechnen, wobei der Beiwert a in Abschnitt 17.7.2 der DIN 1045 definiert ist. Für einfache Fälle ist dieser Beiwert in Tabelle 18 angegeben.

 

Im Heft 240 des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton ist im Abschnitt 6.2.2 ebenfalls die 'Ersatzstützweite' definiert und in Tafel 6.1 sind die oben genannten Beiwerte angegeben. In früheren Arbeiten wurden von Haller und Cassens mit k bezeichnete Beiwerte für Ersatzstützweiten bei Platten angegeben, die kleiner waren als die Werte nach DIN 1045. Die Voraussetzungen zur Ermittlung dieser Beiwerte sind nach heutigen Erkenntnissen nicht mehr zutreffend. Deshalb sollen diese Beiwerte nicht mehr verwendet werden.

 

Zur Brauchbarkeit der a- Werte ist folgendes zu bemerken:

 

Für Einfeldbalken und einachsig gespannte Einfeldplatten liefern die Tabellenbeiwerte gute Ergebnisse.

 

Für regelmäßige Durchlaufträger ergeben die Tabellenbeiwerte ebenfalls noch brauchbare Ergebnisse, während bei unregelmäßigen Stützweitenverhältnissen spezielle a-Werte nach den Formeln des Heftes 24O ermittelt werden können.

 

Für vierseitig gelagerte Platten sollen nach DIN 1045 dieselben Beiwerte verwendet werden wie für entsprechend gelagerte, einachsig gespannte Systeme. Hierbei werden wohl die vierseitig gelagerten Platten etwas benachteiligt, weil dort ja größere Bereiche im Zustand I bleiben als bei zweiseitig gelagerten Platten, die Formänderungen also kleiner bleiben.

 

Für besondere Systeme, wie z.B. Flachdecken oder Rechteckplatten mit Punktstützung an den Ecken, ist die Rechnung mit Ersatzstützweiten nicht geeignet. Hier wird man versuchen müssen, die Formänderungen rechnerisch zu ermitteln um festzustellen, ob diese schädliche Auswirkungen haben oder nicht.

 

Wenn in besonderen Fällen die Formänderungen einer Stahlbetonkonstruktion berechnet werden müssen, so liefert das bereits genannte Heft 240 hier eine Anzahl von Hilfsmitteln, welche die Forschungsergebnisse der letzten Jahre berücksichtigen, so den Einfluß der ungerissenen Tragwerksbereiche, die Mitwirkung des Betons zwischen den Rissen und schließlich die Einflüsse des Kriechens und Schwindens.

 

Ältere Arbeiten zu diesem Thema sind mehr oder weniger überholt.

 

Hinweis:

 

Die in Heft 220 und 240 gemachten Angaben sind im Sinne von Ergänzungen von Normen zu verstehen. Sie bedürfen also keiner nochmaligen Nachprüfung.

 

Diese Feststellung erfolgt im Einvernehmen mit der obersten Baurechtsbehörde.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.