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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Merkpunkte zur Aufstellung und Prüfung der Standsicherheitsnachweise von Fertighäusern

Nr. 58
Sachgebiet Allgemeines Baurecht
DIN
Datum 10.05.1976
 

a) Der statische Nachweis (Berechnung und Zeichnungen) muß nach den geltenden Bestimmungen 'übersichtlich und leicht prüfbar' sein. Die leichte Prüfbarkeit muß auch für die Prüfungen und Kontrollen am Bau gewährleistet sein, das bedeutet z.B. für die Kontrollen am Bau, daß einfache und übersichtliche Unterlagen zur Verfügung stehen müssen. Diese Unterlagen sind zugleich auch eine Dokumentation, die Baubehörde und Bauherr gleichermaßen benötigen.

 

b) Ohne zeichnerische Festlegung der in der Berechnung untersuchten Konstruktionsteile ist der statische Nachweis unzureichend (§ 5 der Bauvorlagenverordnung). Konstruktionsskizzen zwischen dem Text der Berechnung sind als Texterläuterung sehr zu begrüßen, können aber die vorgeschriebenen Planunterlagen nicht ersetzen. Es kann erforderlich sein, daß im Interesse übersichtlicher und zusammenhängender Darstellung Zeichenformate größer DIN A 4 verwendet werden müssen.

 

Die Pläne müssen mit Plannummern versehen sein. Bei Planänderungen müssen die Plannummern durch Index ergänzt, oder es muß anderweitig ein Änderungsvermerk eingetragen werden. In Berechnungen und Zeichnungen muß die Bezeichnung des Bauvorhabens festgelegt sein (Name, Ort).

 

c) Für die Konstruktionsteile sind Positionsbezeichnungen festzulegen, die in Berechnung und Zeichnungen wiederkehren (§ 5 der Bauvorlagenverordnung). Positionspläne - oder Schalpläne mit Positionsangaben - sind unerläßlich.

 

d) Bei leichten Konstruktionen (z.B. Holzhäusern in Tafelbauart) ist die Längs- und Queraussteifung der Gebäude mit besonderer Aufmerksamkeit zu untersuchen.

 

Besonders wichtig:

 

Windrispen, deren Anordnung, Querschnitt, Befestigung an jedem Kreuzungspunkt und an den Endpunkten.

 

 

 

Deckenscheiben, die in Übersicht und Detail so darzustellen sind (Nagelung, versetzte Stöße, usw.), daß die Scheibenwirkung beurteilt werden kann, wobei auch festzulegen ist, wie der Anschluß an die Wände erfolgt.

 

 

 

Aussteifende Wandscheiben und ihre Anschlüsse, sie müssen oft rechnerisch nachgewiesen werden, eventuelle erforderliche Nagelung ist zeichnerisch ebenso festzulegen wie die Abmessungen der anderen Konstruktionsteile der Wandscheiben.

 

e) Leichte Wandkonstruktionen müssen in den Fundamenten oder der UG- Decke ausreichend verankert werden. Die Verankerungen sind in Detail und Übersicht exakt vermaßt festzulegen (Verankerungsplan)

 

f) Sind in einem statischen Nachweis verschiedene Ausführungsvarianten untersucht, dann sind alle ungültigen Fälle durchzustreichen, bzw. die gültigen eindeutig hervorzuheben; dies gilt für Berechnungen und Zeichnungen.

 

g) Bei elektronischen Berechnungen sind die Richtlinien für das Aufstellen und

 

Prüfen elektronischer Standsicherheitsberechnungen zu beachten.

 

h) Oft sind am Standsicherheitsnachweis eines Fertighauses verschiedene Aufsteller beteiligt. In diesem Fall ist der Planverfasser für die Koordinierung verantwortlich (Landesbauordnung für Baden-Württemberg, § 90, Abs. 4 und § 79, Abs. 2, bzw. Kurzmitteilung Nr. 57).

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.