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Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Trapezblechdächer: Verankerung, Auswechselung von Öffnungen, Unterkonstruktionen bei Schubfeldwirkung, erforderliche Dachneigung

Nr. 52
Sachgebiet Stahl- und Metallbau
DIN DIN 1050
Datum 03.05.1976
 

In Ergänzung der KI Nr. 24 wird aufgrund der zwischenzeitlichen Erfahrungen auf folgendes hingewiesen:

 

1. Der statische Nachweis muß entsprechend den Zulassungsbestimmungen geführt werden. Er darf sich somit nicht auf den Nachweis der Aufnahme der Biegemomente beschränken. Er muß vielmehr auch für die Quer- und Auflagerkräfte, die Windsogkräfte einschließlich des erhöhten Windsoges im Eckbereich, für die Auswechslungen im Bereich von Lichtkuppeln usw. sowie für die Verbindungs- und Verankerungsmittel geführt werden.

 

Hierbei ist zu überprüfen, ob die vorgesehene Verankerung in der Unterkonstruktion möglich ist. Bei Dachneigungen > 30° ist die Aufnahme des Dachschubs besonders nachzuweisen.

 

2. Die Vorlage eines Verlegeplanes ist erforderlich, um die technischen Annahmen der Berechnung zu überprüfen und um Weiterverfolgung der Durchlaufwirkung von Zweifelträgern in der Unterkonstruktion zu ermöglichen.

 

Die Angabe der Verankerungs- und Verbindungsmittel im Verlegeplan ist erforderlich.

 

3. Der Ansatz der 'Schubfeldwirkung' setzt voraus, daß die Bleche an allen 4 Rändern auf einer Unterkonstruktion aufliegen, die in der Lage ist, die Randkräfte aufzunehmen. In der Regel ist für die Bleche nur 2-seitige Lagerung gegeben.

 

Die Auswechslung von Lichtkuppeln in Schubfeldern ist nur begrenzt vertretbar und in jedem Falle statisch nachzuweisen.

 

Dynamische Belastungen dürfen auf Schubfelder nicht aufgebracht werden.

 

4. Nach den Zulassungen dürfen die Bleche nur von Fachkräften des Herstellerwerkes oder durch vom Hersteller angeleitete und bevollmächtigte Firmen eingebaut werden.

 

Häufig werden die Bleche jedoch von Dachdeckerfirmen verlegt, die die Zulassung und die darin enthaltenen Bedingungen gar nicht kennen.

 

In diesem Zusammenhang wird auch auf das 'Merkblatt Stahldach mit Dachabdichtungen' der BfA (Bundesfachabteilung Bauwerksabdichtungen im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., Frankfurt) verwiesen.

 

5. In Trapezrippen eingedrungenes Wasser muß abfließen können. Die Möglichkeit der Bildung von Wassersäcken muß überprüft werden. Dies gilt vor allem für Dachneigungen < 3°.

 

6. In jeder Zulassung sind detaillierte Anweisungen für den Einbau der Dachelemente enthalten, wobei die ordnungsgemäße und funktionsgerechte Ausführung, insbesondere die Herstellung der Anschlüsse und Verbindungen mit der Unterkonstruktion in einem Abnahmeprotokoll festzuhalten und von einem Fachingenieur zu bestätigen ist.

 

7. Da die Zulassung in jedem Falle mit sofortiger Wirkung widerrufen werden kann, wenn ihren Auflagen nicht entsprochen wird, sind Verstöße gegen die Zulassung jeweils der obersten Baurechtsbehörde mitzuteilen.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.