Zurück zur Übersichtsseite der  --> Ingenieur-Box

Kurzinformationen

Empfehlungen für die Praxis

Hier finden Sie als Ingenieur Empfehlungen für Ihre Arbeit. Die Kurzinformationen wurden vom statisch-konstruktiven Ausschuss (Stako) der Landesvereinigung der Prüfingenieure für Baustatik in Baden-Württemberg verfasst.

Diese Mitteilungen basieren auf Erfahrungen der Prüfingenieure für Baustatik; sie sind in der Regel mit den Landesbehörden abgestimmt, sind jedoch keine verbindliche Festlegung

Aussteifungsbleche (Rippen) bei Doppel-T-Profilen

Nr. 23
Sachgebiet Stahl- und Metallbau
DIN DIN 1050
Datum 27.12.1972
 

Frage:

 

Im Hochbau werden Stahlträger unter der Annahme berechnet, daß die Flanschen im Auflagerbereich starr bleiben. Es ist üblich, bei größeren Trägern und vor allem bei größeren Querkräften diese Annahme durch Einbau von Versteifungsblechen zu unterstützen. Diese Bleche wurden bisher nach 'Bild 1' angeordnet. In letzter Zeit sieht man aber auch Anordnungen nach 'Bild 2'. Ist Anordnung nach ,,Bild 2' gleichwertig der Anordnung nach 'Bild 1'?

 

Stellungnahme des Statisch Konstruktiven Ausschusses:

 

1. Nach DIN 4100, Abschn. 3.1.3 muß bei Anschlüssen (dies gilt sinngemäß auch für Auflager auf Massivbauteile) im Anschlußbereich gleiches elastisches Verhalten vorhanden sein.

 

Danach muß im vorliegenden Falle die Flansch ausgesteift werden. Dies wird durch Ausbildung nach 'Bild 1' erreicht. Bei evtl. erforderlichen dicken Schweißnähten sind die entsprechenden Stahlgüten zu wählen.

 

2. Die Aussteifung der Flansche kann auch nach 'Bild 2' erfolgen. Hierbei ist aber auf folgendes zu achten:

 

1. Die einzuleitende Kraft muß über die Schweißnaht am Steg eingeleitet werden können.

 

2. Durch Schrumpfung treten im Steg quer zur Stabachse Spannungen auf, die bei großem h zum Bruch führen können.

 

Es wird daher empfohlen, h ca. 0,5 x H zu wählen. Bei hohen Trägern mit relativ geringem Querschnitt können die Aussteifungen nach 'Bild 2' mit h = 0,7 x H vorgesehen werden.

 

3. Bei Anordnung von 2 Steifen nebeneinander entstehen bei zu geringem Abstand der Steifen Schrumpfspannungen in Trägerlängsrichtung (s. Klöppel 'Stahlbauhandbuch', 1. Aufl., Band 2, Seite 146).

 

 

 

4. Bei Einleitung von Torsionsmomenten, die bei Querträgeranschlüssen ungewollt auftreten, eignet sich Ausbildung 1 besser.

 

Diese Kurzinformation stellt die mehrheitliche Meinung des Statisch Konstruktiven Ausschusses der VPI Baden-Württemberg zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dar.

Die Aktualität des Inhaltes, insbesondere der Normenbezüge, ist eigenverantwortlich zu beurteilen.

Quelle Dr.-Ing. Bechert, Dipl.-Ing. Wintergerst, Dr.-Ing. Wippel
  foo